Hashimoto und Kinderwunsch

   wie bereitest du dich hormonell auf die Empfängnis vor?

Die Zeit der Familienplanung ist wunderschön und aufregend zugleich – doch wenn bei dir Hashimoto diagnostiziert wurde, ist es völlig normal, wenn du auch ein wenig Unsicherheit verspürst.
In diesem Artikel gehen wir gemeinsam durch, wie du deinen Körper, deine Hormone und deine Schilddrüse optimal auf die Empfängnis vorbereitest.

Warum ist der Zustand der Schilddrüse vor der Babyplanung so wichtig?

Die Schilddrüsenhormone sind wie die "Hauptschalter" deines Körpers. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei:

  • dem Ablauf des Zyklus,
  • dem Eisprung (Ovulation),
  • der Progesteronproduktion,
  • der Einnistung,
  • und dabei, dass die Schwangerschaft bestehen bleibt.

Bei Hashimoto können die vom Immunsystem produzierten Autoantikörper (wie Anti-TPO) leider die Überlebenschancen des Embryos verschlechtern – selbst wenn ansonsten "alles in Ordnung" zu sein scheint.

Deshalb lohnt es sich, die Vorbereitung ganz bewusst anzugehen.

1. Schritt: Die Schilddrüsenwerte in Ordnung bringen

Vor einer Schwangerschaft ist ein aktuelles Schilddrüsenpanel unbedingt erforderlich:

  • TSH
  • FT4
  • anti-TPO
  • anti-Tg
  • bei Bedarf: FT3

Ideale Werte vor der Empfängnis: Nach aktuellen fachlichen Empfehlungen ist der TSH-Wert optimal für eine Empfängnis, wenn:

👉 TSH < 2,5 mIU/L
(vorzugsweise zwischen 1 und 2.)

Dies ist auch dann wichtig, wenn Hashimoto noch "still" ist, du also keine starken Symptome hast. Die Feinabstimmung des TSH-Wertes spielt eine große Rolle für eine erfolgreiche Einnistung.


2. Achte auf Mikronährstoffe (davon lebt die Schilddrüse!)

Bei Hashimoto reicht "nur der Hormonersatz" oft nicht aus – das Immunsystem und die Schilddrüsenfunktion hängen stark von bestimmten Nährstoffen ab.

Die wichtigsten sind:

✓ Selen

Hilft, den Anti-TPO-Spiegel zu senken und unterstützt die Hormonproduktion. (Empfohlene Form: Selen-Methionin).

✓ Vitamin D

Einer der wichtigsten Immunmodulatoren.
Zielwert: 75–100 ng/ml

✓ Zink

Wichtig für den Eisprung und die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen.

✓ Eisen / Ferritin

Wenn der Ferritinwert unter 40 liegt, können der Eisprung und die Wirkung der Schilddrüsenhormone beeinträchtigt werden.

✓ B12-vitamin

Unterstützt das Hormon- und Nervensystem – bei Hashimoto-Patienten oft niedrig.

✓ Folat (nicht Folsäure!)

Besonders wichtig für die Babyplanung: Die aktive Form von Folat kann vom Körper besser verwertet werden.


3. Ein ausgeglichener Zyklus = leichtere Empfängnis

Schilddrüsenprobleme stören häufig:

  • die Zykluslänge,
  • die Qualität des Eisprungs,
  • die Lutealphase (Progesteronproduktion).

Vor der Schwangerschaft lohnt es sich zu beobachten:

  • ob du einen sicheren Eisprung hast (nicht nur mit LH-Tests, sondern auch durch Basaltemperaturmessung oder Zyklusbeobachtung),
  • wie lange deine Lutealphase dauert,
  • wie stark deine PMS-Symptome sind.

Oft reguliert allein die Einstellung der Schilddrüse den Zyklus.


4. Entzündungshemmende Ernährung: Unterstützung für Hormone und Immunsystem

Hashimoto ist im Kern eine Autoimmunentzündung – daher fördert alles, was Entzündungen reduziert, auch die Fruchtbarkeit.

Grundprinzipien:

  • Mehr Gemüse, Obst und Ballaststoffe
  • Hochwertige Proteine
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Weniger Zucker und raffinierte Kohlenhydrate
  • Vorsichtiger Umgang mit Gluten
  • Vermeidung von Transfetten

Es muss keine drastische AIP-Diät sein, aber bei vielen Frauen verbessern sich die Werte und der Zyklus bereits nach 1–2 Monaten durch die Reduzierung von Entzündungen.


5. Stressmanagement – bei Hashimoto reagiert dein Körper anders

Dauerstress:

  • erhöht Entzündungen,
  • lässt den TSH-Wert steigen,
  • hemmt den Eisprung,
  • verschlechtert die Einnistung.

Bei Hashimoto ist Stress nicht nur eine "psychische Frage", sondern hat konkrete immunologische Auswirkungen auf die Schilddrüse.

Schon 10–15 Minuten tägliche Ruhe für das Nervensystem können sichtbar helfen: Yoga, Atemübungen, Spaziergänge, Mindfulness oder alles, was dich wirklich abschalten lässt.

6. Wann solltest du ärztliche Unterstützung suchen?

  • Wenn der TSH-Wert nicht unter 2,5 sinken will
  • Wenn Anti-TPO sehr hoch ist
  • Bei unregelmäßigem Zyklus
  • Wenn nach 6–12 Monaten keine Schwangerschaft eintritt
  • Nach einer Fehlgeburt

Oft hilft es, wenn der Endokrinologe vor der Empfängnis die Hormondosis leicht anpasst oder rechtzeitig mit der Substitution beginnt.


7. Die wichtigste Botschaft: Mit Hashimoto ist eine unbeschwerte Schwangerschaft möglich

Hashimoto ist kein Hindernis, sondern ein Zustand, mit dem man sich vor der Babyplanung etwas bewusster auseinandersetzen sollte. Dein Körper wird es dir danken, wenn du ihn vorbereitest – und dein Baby ebenso.

Die gute Nachricht: Die meisten Frauen, die ihre Schilddrüse, ihre Hormone und ihre Basis-Nährstoffe in Ordnung bringen, haben sehr gute Chancen, schwanger zu werden und eine gesunde Schwangerschaft zu erleben.

Bleib nicht allein! 

Du musst dich nicht perfekt ernähren. Es gibt nicht die "eine" richtige Ernährung. Aber dein Körper reagiert jeden Tag auf das, was du ihm zuführst. Wenn du dir ein Baby wünschst, betrachte die Ernährung als eine liebevolle Vorbereitung.

Veränderungen sind nicht immer leicht – aber du bist nicht allein. Wenn du Hilfe bei der Gestaltung einer schilddrüsenfreundlichen Ernährung benötigst, wende dich vertrauensvoll an mich.

Wende dich verstauensvoll an mich – ich bin Edit Milisits, praktizierende Gluteninsensitive, glückliche Mutter nach erfolgreicher IVF und bewusste Genießerin. Als Ernährungsberaterin helfe ich dir, die Wurzel deiner Probleme zu finden und gemeinsam eine Lösung für dich zu erarbeiten.