Hashimoto und die weiblichen Hormone

von Zyklusunregelmäßigkeiten bis zum Progesteronmangel

Das weibliche Hormonsystem ist wie ein wunderschön abgestimmtes Orchester – aber wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, ist es so, als würde der Dirigent gelegentlich von der Bühne in den Orchestergraben stürzen. Der Zyklus, der Eisprung, die Stimmung und auch die Fruchtbarkeit können darunter leiden. Bei Hashimoto ist dies besonders häufig der Fall, oft sogar dann, wenn die Laborwerte "fast gut" aussehen.

In diesem Artikel schauen wir uns an, wie die Schilddrüse die weiblichen Hormone beeinflusst, welches Symptom in welche Richtung deutet und wie du das Gleichgewicht wiederherstellen kannst.

Warum beeinflusst die Schilddrüse den weiblichen Zyklus so stark?

Die Schilddrüsenhormone stehen in enger Verbindung mit:

  • Östrogen,
  • Progesteron,
  • LH (Luteinisierendes Hormon),
  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon),
  • Prolaktin.

Wenn die Schilddrüse unterfunktioniert oder entzündet ist (Hashimoto), sendet die Hypophyse veränderte Signale aus, und die Funktion der Eierstöcke gerät leicht aus dem Takt. Daher treten oft "unerklärliche" Zyklusprobleme auf.

1. Unregelmäßiger Zyklus – das häufigste Anzeichen

Eine Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt die LH-FSH-Achse, was zu Folgendem führt:

  • längere Zyklen (32–40 Tage),
  • schwankende Zykluslängen,
  • gelegentliches Ausbleiben des Eisprungs.

Viele Frauen denken in solchen Fällen, sie seien 'hormonell empfindlicher' geworden, obwohl das Schilddrüsenproblem im Hintergrund schon seit langer Zeit besteht.

2. Ovulationsstörungen – ein verstecktes, aber entscheidendes Problem

Bei Hashimoto kommt es häufig vor, dass:

  • nicht in jedem Monat ein Eisprung stattfindet,
  • die Follikelreifung schwach ist,
  • der Eisprung sich "verspätet",
  • der LH-Peak nicht stark genug ist.

Die Frau leidet dann unter stärkerem PMS, fühlt sich aufgeblähter und sensibler; die zweite Zyklushälfte ist instabil.

Äußere Anzeichen:

  • es gibt keine leichte Temperaturerhöhung vor der Menstruation,
  • der LH-Test wird nie wirklich positiv,
  • es gibt keine "echte" Steigerung der Libido in der Mitte des Zyklus.


3. Progesteronmangel – eine der typischsten Begleiterscheinungen

Ohne einen ordentlichen Eisprung wird nicht genügend Progesteron produziert.
Progesteron ist das "beruhigende" Hormon des Zyklus – ohne es entstehen:

  • starkes PMS,
  • Angstzustände und Gereiztheit vor der Menstruation,
  • Schmierblutungen,
  • eine verkürzte Lutealphase (unter 10 Tage).

Ein Grund hierfür kann der sogenannte "Progesteron-Raub" (Progesteron-Steal) sein, über den du später mehr lesen kannst.

4. Östrogendominanz – wenn das Östrogen im Vergleich zur Schilddrüse "zu viel" ist

Östrogen und Schilddrüsenhormone binden an dasselbe Protein im Blut (TBG).
Wenn das Östrogen höher ist:

  • zirkulieren mehr T4 und T3 in gebundener Form,
  • steht weniger aktiv zur Verfügung,
  • kann der Körper in eine "Schein-Unterfunktion" geraten.

Dies kann Symptome verursachen:

  • Brustspannen
  • Migräne
  • Menstruationskrämpfe
  • Wassereinlagerungen
  • Stimmungsschwankungen

Deshalb kommt es häufig vor, dass bei Hashimoto auch eine Östrogendominanz vorhanden ist.

5. Erhöhtes Prolaktin – der verborgene Feind der Fruchtbarkeit

Stress, Schilddrüsenstörungen und Autoimmunprozesse können das Prolaktin ebenfalls erhöhen. Hohes Prolaktin → hemmt die Ovulation → verschlechtert den Progesteronspiegel weiter.

Typische Symptome:

  • Zunahme der Zykluslänge,
  • Schmierblutungen,
  • Brustspannen,
  • erschwerte Empfängnis,
  • es kann sogar so in Erscheinung treten, dass du ein Ausfließen bemerkst, wenn du deine Brustwarze drückst.

6. Stimmungsschwankungen – nicht nur aus psychischen Gründen oder wegen Stress

Die Störung des Hormonsystems betrifft auch die Neurotransmitter.
Hashimoto + Progesteronmangel zusammen verursachen oft:

  • Angstzustände,
  • Motivationslosigkeit,
  • depressive Stimmung,
  • oder emotionale "Überempfindlichkeit".

Bringe Licht ins Dunkel, ob dies bei dir vorliegt, dein Leben wird viel leichter sein! 😊

Welche Laborwerte sollten überprüft werden?

Um die Zusammenhänge zwischen dem weiblichen Zyklus und Hashimoto zu kartieren, sind diese nützlich:

Schilddrüse:

  • TSH
  • FT4
  • FT3
  • anti-TPO
  • anti-Tg

Weibliche Hormone:

  • LH, FSH (am 3. Zyklustag)
  • Östradiol (E2)
  • Progesteron (am 21.–23. Zyklustag)
  • Prolaktin
  • SHBG

Nährstoffe:

  • Ferritin
  • Vitamin D
  • B12
  • Zink

Was kannst du für das hormonelle Gleichgewicht tun?

1. Optimierung der Schilddrüse

Der Zyklus reguliert sich erst dann, wenn das TSH und die Hormone stabil sind. Optimaler Zielwert: TSH zwischen 1–2! Besonders bei Kinderwunsch!

2. Entzündungshemmende Ernährung

Hilft bei der Hormonproduktion und verringert die Autoimmunaktivität.

3. Stressreduktion

Bei Hashimoto setzt Stress einen hormonellen Dominoeffekt in Gang.

4. Ergänzung von Mikronährstoffen

Selen, Vitamin D, Zink, Ferritin – ohne diese gibt es kein Hormongleichgewicht.

5. Unterstützung der Ovulation durch den Lebensstil

Schlaf, Bewegung, Blutzuckerschwankungen vermeiden: All dies wirkt sich auf den Zyklus aus.

ZusammenfassungDie Schilddrüse und die weiblichen Hormone gehen Hand in Hand

Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, reagiert auch das weibliche Hormonsystem – und oft treten gynäkologische Symptome früher auf als die klassischen Schilddrüsenzeichen. Die gute Nachricht ist, dass sich der Zyklus oft von selbst wieder einstellt, das Progesteron sich stabilisiert und der weibliche Körper wieder harmonisch funktioniert, wenn die Schilddrüse in Ordnung gebracht wird.

Bleib nicht allein! 

Du musst dich nicht perfekt ernähren. Es gibt nicht die "eine" richtige Ernährung. Aber dein Körper reagiert jeden Tag auf das, was du ihm zuführst. Wenn du Symptome erfährst, betrachte die Ernährung als eine liebevolle Lösung.

Veränderungen sind nicht immer leicht – aber du bist nicht allein. Wenn du Hilfe bei der Gestaltung einer schilddrüsenfreundlichen Ernährung benötigst, wende dich vertrauensvoll an mich.

Wende dich vertrauensvoll an mich – ich bin Edit Milisits, praktizierende Gluteninsensitive, glückliche Mutter nach erfolgreicher IVF und bewusste Genießerin. Als Ernährungsberaterin helfe ich dir, die Wurzel des Problems zu finden und gemeinsam eine Lösung für dich zu erarbeiten.